Ein mögliches Ende des Konflikts könnte den Druck auf die globalen Lieferketten lindern, doch es wird erwartet, dass Engpässe und höhere Kosten bis weit ins Jahr 2027 hinein anhalten werden.
Ein vorläufiges Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran hat die Hoffnung geweckt, dass sich die globalen Handelsrouten wieder normalisieren könnten. Autowerkstätten in Japan und den USA erklären jedoch, dass nach monatelangen, durch den Konflikt verursachten Unterbrechungen so schnell keine Entlastung zu erwarten ist.
Die Schließung der Straße von Hormus führte zu massiven Lieferengpässen bei erdölbasierten Produkten, die in der gesamten Automobilindustrie verwendet werden.
WICHTIGE DETAILS
Werkstätten in Tokio melden seit Beginn des Konflikts im März Engpässe bei Motoröl, Farbverdünnern, AdBlue (Diesel-Emissions-Flüssigkeit) und speziellen Autolacken.
Bei Shin Etsu Denso in Tokio erklärte Direktor Hiroyuki Nakamura, dass die Motorölvorräte fast vollständig erschöpft seien – der erste derartige Engpass, den er in 35 Jahren in der Branche erlebt habe.
Besonders schwierig ist die Situation für Werkstätten, die an den in Japan beliebten perlweißen Fahrzeugen arbeiten. Fuchu Car, ein Reparaturbetrieb in der Nähe von Tokio, hat Mühe, genügend Perlglanzbeschichtung zu beschaffen, wobei eine kleine Flasche für etwa zwei Wochen reicht. Etwa ein Drittel der monatlich 160 Reparaturaufträge der Werkstatt betrifft perlweiße Autos.
In den Vereinigten Staaten haben Lieferunterbrechungen die Rohstoffe für Schmierstoffe und Beschichtungen beeinträchtigt. Branchenverbände warnen, dass die Preise für Schmierstoffe mindestens bis Mitte 2027 erhöht bleiben könnten. Nissan hat bereits Maßnahmen zur Rationierung von Öl bei US-Händlern eingeführt, während einige Suzuki-Händler Buchungen für neue Ölwechsel vorübergehend ausgesetzt haben.
MARKTREAKTION
Ölbezogene Lieferengpässe belasten weiterhin die automobilen Lieferketten. Auch wenn das vorgeschlagene Friedensabkommen die Stimmung an den Energie- und Transportmärkten verbessern könnte, bleiben die Unternehmen angesichts knapper Lagerbestände und anhaltend hoher Kosten vorsichtig.
WARUM ES WICHTIG IST
Für Trader verdeutlicht diese Entwicklung, wie geopolitische Ereignisse die Produktion, Logistik und Inflation noch lange nach dem Abklingen der Schlagzeilen beeinflussen können. Anhaltende Engpässe könnten Auswirkungen auf Automobilaktien, Energiemärkte und lieferkettenabhängige Sektoren haben.
Die Märkte werden nun beobachten, ob das Abkommen zwischen den USA und dem Iran zu einer vollständigen Wiederöffnung der Handelsrouten durch die Straße von Hormus führt und wie schnell wichtige Industriegüter wieder fließen.
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