US-Energiekonzerne steuern auf ihre höchsten Gewinne seit Jahren zu, während das Weiße Haus den Druck erhöht, die Kraftstoffpreise vor den Zwischenwahlen im November zu senken.
Die US-Ölkonzerne bereiten sich darauf vor, ihre stärksten Quartalsgewinne seit 2022 auszuweisen, obwohl Präsident Donald Trump die Branche drängt, die Benzinpreise für amerikanische Autofahrer zu senken. Der erwartete Gewinnanstieg könnte die langjährige Beziehung Trumps zu den großen Ölproduzenten belasten.
Wichtige Details
Es wird erwartet, dass Exxon Mobil einen bereinigten Nettogewinn von rund 15,9 Milliarden Dollar ausweisen wird, während für Chevron im zweiten Quartal ein Gewinn von rund 9,9 Milliarden Dollar prognostiziert wird. Beide Zahlen sind mehr als dreimal so hoch wie ihre Ergebnisse aus dem ersten Quartal.
Die Gewinne stiegen sprunghaft an, nachdem der US-israelische Krieg gegen den Iran die weltweiten Kraftstoffvorräte verknappte und die Ölpreise in die Höhe trieb. Obwohl Rohöl inzwischen wieder auf das Vorkriegsniveau zurückgekehrt ist, bleiben die US-Benzinpreise mit durchschnittlich $3,85 pro Gallone rund 22 % höher als vor dem Konflikt. Trump hat erklärt, er wolle Preise, die näher bei $2,50 pro Gallone liegen.
Das Weiße Haus hat das Justizministerium aufgefordert, mögliche Wucherpreise bei Benzin zu untersuchen, und die Raffinerien davor gewarnt, dass administrative Maßnahmen folgen könnten, sollten die Preise hoch bleiben.
Branchenvertreter argumentieren, dass sie nur begrenzten Einfluss auf die Kraftstoffpreise an den Tankstellen haben, und verweisen stattdessen auf Raffineriekosten, Lieferengpässe, Exporte, Lagerbestände, Vertriebskosten und Steuern. Die Raffineriemargen sind, gestützt durch knappe weltweite Vorräte und eine starke Exportnachfrage, fast auf ihren höchsten Stand seit 2022 gestiegen.
Marktreaktion
Energieaktien könnten durch die besser als erwartet ausfallenden Gewinne weiterhin gestützt werden, während Händler auf politische Maßnahmen aus Washington achten werden, die sich auf Ölproduzenten und Raffinerien auswirken könnten. Höhere Kraftstoffpreise könnten zudem die Inflationserwartungen und die allgemeine Marktstimmung beeinflussen.
Warum es wichtig ist
Für Händler könnte der Konflikt zwischen Rekordgewinnen im Ölsektor und politischem Druck neue Volatilität bei Energieaktien, Rohöl und inflationssensitiven Vermögenswerten auslösen.
Investoren achten nun auf die anstehenden Gewinnberichte, alle neuen Maßnahmen des Weißen Hauses zu den Kraftstoffpreisen und darauf, ob sich die Benzinkosten in den kommenden Monaten wieder entspannen.
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Quelle: Reuters
Zeit: 16:50 Uhr EEST





