John Healeys Ernennung beruhigte die Anleger, doch die Sorgen über höhere Ausgaben, Kreditaufnahme und künftige Steuererhöhungen bleiben bestehen.
Großbritanniens neuer Premierminister Andy Burnham hat John Healey zum Schatzkanzler ernannt und damit die unmittelbaren Ängste der Märkte nach einem turbulenten Start der neuen Regierung gelindert. Während die Anleger die Ernennung des erfahrenen ehemaligen Verteidigungsministers begrüßten, hat sich die Aufmerksamkeit schnell auf die Frage verlagert, wie Burnham seine ehrgeizigen Ausgabenpläne finanzieren will.
Wichtige Details
Healey ersetzt den Finanzchef, nachdem Burnham unerwartet die Nachfolge von Keir Starmer angetreten hat. Die Märkte sahen in Healey eine solide Wahl, insbesondere nach Spekulationen, dass der ehemalige Energieminister Ed Miliband diese Rolle übernehmen könnte.
Burnham hat jedoch bereits versprochen, den sozialen Wohnungsbau auszubauen, die Verteidigungsausgaben bis 2030 auf 3 % des BIP zu erhöhen, die Freibeträge bei der Einkommensteuer anzuheben, die Dreifachgarantie für die staatliche Rente zu schützen und das angeschlagene Sozialpflegesystem Großbritanniens anzugehen.
Analysten schätzen, dass allein die höheren Verteidigungsausgaben rund 10 Milliarden Pfund pro Jahr kosten könnten.
Am Dienstag veröffentlichte Regierungszahlen zeigten, dass die laufenden Ausgaben in den ersten drei Monaten des Steuerjahres mit 42 Milliarden Pfund im Defizit lagen, 1,3 Milliarden Pfund über den offiziellen Prognosen. Die geschätzten Kosten in Höhe von 14 Milliarden Pfund im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg könnten Healey nur noch einen fiskalischen Spielraum von 10 Milliarden Pfund lassen, bevor die Ziele der Regierung für 2030 unter Druck geraten.
Viele Ökonomen erwarten nun eine Mischung aus zusätzlicher Kreditaufnahme und gezielten Steuererhöhungen, die sich möglicherweise auf Kapitalerträge, Erbschaften, Immobilientransaktionen auswirken oder sogar die Einführung einer Vermögenssteuer bedeuten könnten.
Marktreaktion
Die Renditen britischer Staatsanleihen stabilisierten sich nach Healeys Ernennung und machten einen Teil der Volatilität vom Montag wett. Rüstungsaktien legten aufgrund der Erwartung steigender Militärausgaben zu. Die Anleger bleiben vorsichtig, während sie auf den ersten vollständigen Haushalt der Regierung warten, der in diesem Herbst erwartet wird.
Für Händler wird der nächste Haushalt von entscheidender Bedeutung sein. Entscheidungen über Steuern, Kreditaufnahme, Inflation und öffentliche Ausgaben könnten das britische Pfund, britische Anleihen und inländische Aktien beeinflussen.
Fazit
Die Märkte haben Healeys Amtsantritt begrüßt, aber das Vertrauen wird davon abhängen, wie schnell die Regierung einen glaubwürdigen Finanzplan vorlegt. Die Anleger werden den Herbsthaushalt genau beobachten, um Antworten auf Fragen zu Ausgaben, Besteuerung und der langfristigen wirtschaftlichen Ausrichtung Großbritanniens zu erhalten.
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Quelle: Reuters
Zeit: 12:30 Uhr EEST





