Der Domain-Riese erklärt, dass Indiens neue Anti-Betrugs-Maßnahmen den Online-Datenschutz schwächen, die weltweite Domainregistrierung stören und Herausforderungen für legitime Unternehmen schaffen könnten.
GoDaddy wehrt sich gegen ein wegweisendes indisches Gerichtsurteil, das darauf abzielt, gefälschte Websites zu bekämpfen, die sich als große Marken ausgeben. Das Unternehmen argumentiert, dass die neuen Regeln zu weit gehen und legitime Website-Besitzer Datenschutzrisiken aussetzen könnten, während sie gleichzeitig die weltweite Verwaltung von Domainnamen verändern.
WICHTIGE DETAILS
Der Rechtsstreit folgt auf eine gerichtliche Anordnung vom Dezember, durch die mehr als 1.100 gefälschte Websites blockiert wurden, die mit Marken wie Amazon, McDonald's, Microsoft, Xiaomi und Colgate-Palmolive in Verbindung standen.
Das Urteil führte auch weitreichende Anforderungen für Domain-Registrare ein. Dazu gehören die standardmäßige Beendigung des kostenlosen Datenschutzes, die Weitergabe von Daten der Domain-Inhaber innerhalb von 72 Stunden an jeden, der ein „berechtigtes Interesse“ geltend macht, und die Einschränkung von Domainnamen, die geschützten Marken ähneln.
GoDaddy, das 80 Millionen Domains für mehr als 20 Millionen Kunden verwaltet und einen Jahresumsatz von 5 Milliarden Dollar erwirtschaftet, erklärt, dass die Maßnahmen Website-Besitzer Stalking, Belästigung und Phishing aussetzen könnten. Das Unternehmen argumentiert außerdem, dass die Regeln im Widerspruch zum indischen Datenschutzgesetz und der DSGVO der EU stehen könnten, während sie gleichzeitig globale Änderungen bei den Praktiken zur Domainregistrierung erzwingen.
GoDaddy warnt davor, dass die Richtlinien so schwer umzusetzen sein könnten, dass einige Domain-Anbieter erwägen könnten, den indischen Markt zu verlassen. Die Berufungen von GoDaddy, Namecheap und Hosting Concepts werden am 16. Juli verhandelt.
WARUM ES WICHTIG IST
Für Händler und Investoren zeigt der Streit, wie Cybersicherheit und staatliche Regulierung zu zentralen Risiken für globale Technologieunternehmen werden, die in mehreren Rechtsordnungen tätig sind.
Die Anhörung am 16. Juli könnte darüber entscheiden, ob Indien seinen aggressiven Ansatz zur Bekämpfung von Online-Betrug beibehält oder Regeln überarbeitet, von denen Domain-Unternehmen glauben, dass sie weltweite Konsequenzen haben könnten.
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Quelle: Reuters
Zeit: 11:15 Uhr EEST





