Die Aussicht auf eine Rückkehr von mehr iranischem Öl auf die Weltmärkte linderte die Sorgen über das Angebot und drückte die Rohölpreise nach unten.
Die Ölpreise gaben am Montag nach, nachdem hochrangige Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran in der Schweiz zu Ende gingen, wobei Teheran bekannt gab, dass es Ausnahmeregelungen für Öl- und Petrochemieexporte erwirkt habe. Die Entwicklung weckte Erwartungen auf ein steigendes weltweites Angebot und belastete die Rohölmärkte nach einem volatilen Handelsauftakt.
WICHTIGE DETAILS
Die Sorte Brent verbilligte sich bis 04:16 GMT um 1,19 $ oder 1,48 % auf 79,38 $ pro Barrel. Zuvor waren die Preise im Zuge der Spannungen um die Verhandlungen und neuerlicher Sorgen über die Straße von Hormus auf 82,30 $ gestiegen.
US-amerikanische und iranische Vertreter beendeten ihre erste Gesprächsrunde im Rahmen eines Memorandums, das eine Verlängerung eines fragilen Waffenstillstands um weitere 60 Tage vorsieht. Der iranische Außenminister Abbas Araqchi erklärte, die Vereinbarung enthalte Ausnahmeregelungen für Öl- und Petrochemieexporte, die Freigabe einiger eingefrorener Vermögenswerte sowie Pläne zur Unterstützung des Wiederaufbaus und der Entwicklung des Irans.
Analysten schätzen, dass letztendlich bis zu 1,5 Millionen Barrel iranischen Rohöls pro Tag auf die internationalen Märkte zurückkehren könnten, sollten die Beschränkungen weiter gelockert werden.
Unterdessen wurden in der vergangenen Woche Berichten zufolge mehr als 25 Millionen Barrel iranischen Öls über die Schifffahrtswege am Golf transportiert. Auch die VAE, Kuwait und der Irak haben ihre Lieferangebote erhöht, während der Irak plant, seine Produktion schrittweise wieder auf 4,2 bis 4,3 Millionen Barrel pro Tag anzuheben.
MARKTREAKTION
Die Sorte Brent fiel nach Abschluss der Gespräche unter die Marke von 80 $, während der aktivere August-WTI-Kontrakt um 21 Cent auf 75,64 $ pro Barrel nachgab. Energiehändler verlagerten ihren Fokus von geopolitischen Risiken auf die Möglichkeit eines stärkeren Angebotswachstums.
WARUM ES WICHTIG IST
Für Händler deutet das Ergebnis auf geringere unmittelbare Lieferrisiken im Nahen Osten hin. Zusätzliche iranische Exporte könnten den Druck auf die weltweiten Ölpreise lindern, sofern die diplomatischen Fortschritte anhalten.
Die Märkte werden nun beobachten, ob der vorübergehende Waffenstillstand hält und ob weitere Verhandlungen zu einer umfassenderen Lockerung der Sanktionen führen. Jede Störung in der Straße von Hormus oder erneute militärische Spannungen könnten den jüngsten Rückgang der Ölpreise schnell wieder umkehren.
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Quelle: Reuters
Zeit: 9:45 Uhr EEST





