Stärkere El-Niño-Bedingungen beeinträchtigen die Fischerei- und Landwirtschaftsindustrie in Peru, und Experten warnen davor, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen in den kommenden Monaten noch zunehmen könnten.
Hunderte von hungrigen Pelikanen versammeln sich um Perus Häfen und Fischmärkte, da das wärmere Pazifikwasser die Fischbestände verringert, auf die sie angewiesen sind. Wissenschaftler sagen, dass diese ungewöhnlichen Szenen eine frühe Warnung vor einem stärker werdenden El Niño sind, der einige der größten Exportindustrien des Landes treffen könnte.
Da die Prognosen auf einen starken oder sogar superstarken El Niño hindeuten, wächst die Sorge über die Auswirkungen auf die Fischerei, die Landwirtschaft und das Wirtschaftswachstum.
WICHTIGE DETAILS
Meeresbiologen sagen, dass wärmere Ozeantemperaturen die Fische in tiefere Gewässer treiben, was es für Pelikane schwierig macht, Nahrung zu finden. Nach Angaben der peruanischen El-Niño-Überwachungsbehörde ENFEN liegen die Meeresoberflächentemperaturen derzeit 2 bis 5 Grad Celsius über dem Normalwert.
Perus Fischereiindustrie befürchtet nun, dass die Exporte das diesjährige Ziel von 5 Milliarden Dollar verfehlen könnten, nachdem sie 2025 noch 4,6 Milliarden Dollar erreicht hatten. Die industrielle Fischerei ging in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 ebenfalls um 31 % zurück, während die Landwirtschaft aufgrund der höheren Temperaturen nur ein Wachstum von 0,4 % verzeichnete.
Um sich auf heftige Regenfälle und wetterbedingte Schäden vorzubereiten, hat der peruanische Kongress am 15. Juli eine Budgeterhöhung von 2,8 Milliarden Dollar für Infrastruktur und Notfallmaßnahmen genehmigt. Landwirtschaftliche Erzeuger argumentieren jedoch, dass diese Bemühungen immer noch unzureichend sind.
Peru exportierte 2025 landwirtschaftliche Produkte im Rekordwert von 15,1 Milliarden Dollar, aber die Branchengruppe AGAP schätzt, dass El Niño in diesem Jahr fast 1 Milliarde Dollar an erwarteten Exporteinnahmen zunichte machen könnte. Die Gruppe warnt, dass dies das schlimmste El-Niño-Ereignis für Peru seit 50 Jahren werden könnte.
MARKTREAKTION
Ein schwächerer Ausblick für die Fischerei- und Agrarexporte Perus könnte sich auf die Rohstoffmärkte auswirken, insbesondere auf Fischmehl und landwirtschaftliche Erzeugnisse. Investoren werden auch auf mögliche Auswirkungen auf die Kupferproduktion achten, da Peru der weltweit drittgrößte Produzent ist.
WARUM ES WICHTIG IST
Extreme Wetterbedingungen können Lieferketten stören, Rohstoffpreise beeinflussen und die Marktvolatilität erhöhen. Händler sollten die El-Niño-Entwicklungen genau beobachten, da sie mehrere globale Märkte beeinflussen könnten.
Wettervorhersagen, Ozeantemperaturen und anstehende Exportdaten werden wichtige Indikatoren dafür sein, wie schwerwiegend die wirtschaftlichen Auswirkungen sein werden. Unternehmen und Investoren werden die Entwicklung genau beobachten, wenn Peru in seine Hauptanbausaison eintritt.
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Quelle: Reuters
Zeit: 10:30 Uhr EEST





