Australien leitet Gerichtsverfahren wegen extremistischer Inhalte ein, während Russland dem Gründer von Telegram vorwirft, Terrorismus zu unterstützen, was den Messaging-Riesen unter wachsenden rechtlichen und politischen Druck setzt.
Telegram steht gleichzeitig vor großen rechtlichen Herausforderungen durch zwei Regierungen. Australien hat die Plattform wegen des mutmaßlichen Versäumnisses, terroristische Inhalte zu entfernen, vor Gericht gebracht. Gleichzeitig hat Russland den Gründer Pawel Durow wegen der Erleichterung terroristischer Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine angeklagt.
Wichtige Details
Australiens eSafety Commissioner erklärt, Telegram habe es versäumt, Videos im Zusammenhang mit terroristischen Hinrichtungen, Massenerschießungen und extremistischen Anschlägen zu entfernen, darunter auch Inhalte, die mit den Anschlägen von Christchurch und Buffalo in Verbindung stehen. Den Behörden zufolge meldeten australische Nutzer zwischen Juli und Oktober 2025 12 Beiträge, von denen jedoch 10 online blieben und die dahinter stehenden Konten aktiv gelassen wurden.
Sollte das Gericht feststellen, dass Telegram gegen die australischen Online-Sicherheitsregeln verstoßen hat, drohen dem Unternehmen zivilrechtliche Strafen von bis zu 54,6 Mio. A$ (38 Mio. $).
Telegram wies die Vorwürfe zurück und kündigte an, den Fall vor Gericht zu bekämpfen. Zudem habe das Unternehmen im Jahr 2026 Tausende von extremistischen Gemeinschaften gesperrt.
Unterdessen hat der russische Inlandsgeheimdienst (FSB) den Telegram-Gründer Pawel Durow wegen der Unterstützung terroristischer Aktivitäten angeklagt. Die russischen Behörden behaupten, der ukrainische Geheimdienst habe Telegram, einschließlich des beliebten Chatbots Daivinchik/Leo, genutzt, um junge Russen für Sabotageakte und Anschläge zu rekrutieren. Nach Angaben des FSB wurden im vergangenen Jahr 46 Personen im Alter von 12 bis 22 Jahren im Zusammenhang mit diesen Vorwürfen festgenommen.
Durow, der ein Fehlverhalten bestreitet, hat zuvor erklärt, dass Telegram seine Verpflichtungen zur Moderation schädlicher Inhalte und zur Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden erfüllt.
Warum es wichtig ist
Für Trader bleibt die zunehmende Regulierung großer digitaler Plattformen ein zentrales Thema, das Technologieaktien, die Anlegerstimmung und die allgemeine Marktvolatilität beeinflussen kann.
Das australische Gerichtsverfahren und die strafrechtlichen Ermittlungen in Russland dürften dafür sorgen, dass Telegram in den kommenden Monaten unter strenger Beobachtung bleibt. Anleger achten dabei auf Gerichtsurteile, regulatorische Reaktionen und weitere Maßnahmen im Fall von Pawel Durow.
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Quelle: Reuters
Zeit: 9:30 AM EEST





