Der Tod eines der einflussreichsten Notenbanker der Geschichte veranlasst Anleger dazu, über ein Erbe nachzudenken, das die globale Finanzwelt verändert hat und bis heute umstritten ist.
Alan Greenspan, der langjährige Vorsitzende der US-Notenbank Federal Reserve, ist im Alter von 100 Jahren gestorben. Wie NBC News berichtet, verstarb er am Montag in seinem Haus an den Folgen einer Parkinson-Erkrankung.
Greenspan leitete die Fed von 1987 bis 2006 und begleitete eine Phase starken Wirtschaftswachstums, steigender Aktienmärkte und niedriger Arbeitslosigkeit, die ihm weltweite Anerkennung einbrachte.
WICHTIGE DETAILS
Greenspan diente unter vier US-Präsidenten und wurde zu einer der bekanntesten Persönlichkeiten der globalen Finanzwelt. Während seiner 18-jährigen Amtszeit erlebte die US-Wirtschaft zwischen 1991 und 2001 eine jahrzehntelange Expansion, während sich der S&P 500 fast vervierfachte.
Er erlangte Berühmtheit durch seine marktbewegenden Reden, darunter seine Warnung vor einer „irrationalen Überschwänglichkeit“ (irrational exuberance) aus dem Jahr 1996 – eine Formulierung, die zum Synonym für die Sorge vor Vermögensblasen wurde.
Seine Führung half auch dabei, die Wirtschaft durch bedeutende Ereignisse zu steuern, darunter den Börsenkrach von 1987, die asiatische Finanzkrise von 1997, den russischen Staatsbankrott von 1998 und den Zusammenbruch von Long-Term Capital Management.
Nach der Finanzkrise von 2008 litt jedoch Greenspans Ruf. Kritiker argumentierten, dass seine Befürwortung einer lockereren Finanzregulierung und sein Zögern, gegen die Exzesse auf dem Immobilienmarkt vorzugehen, zu den Bedingungen beitrugen, die zum globalen Zusammenbruch führten.
In späteren Jahren räumte Greenspan Fehler in einigen seiner Annahmen über die Finanzmärkte ein und erklärte vor Gesetzgebern im Jahr 2008, er befinde sich angesichts der Krise in einem „Zustand fassungslosen Unglaubens“.
WARUM ES WICHTIG IST
Greenspans Tod ist für die Finanzmärkte weitgehend von symbolischer Bedeutung, hat jedoch unter Ökonomen und Anlegern die Diskussion über die Politik der Zentralbanken, die Finanzregulierung und die Lehren aus vergangenen Marktblasen neu entfacht.
Wenige politische Entscheidungsträger haben die moderne Finanzwelt so stark geprägt wie er. Greenspans Entscheidungen beeinflussten die Zinssätze, die Marktstimmung und die Zentralbankpraxis weltweit und prägten die Art und Weise, wie Anleger über Risiko und Wirtschaftswachstum denken.
Die Märkte werden nun Greenspans komplexes Erbe neu bewerten – ein Erbe, das von wirtschaftlicher Expansion, Marktvertrauen und anhaltenden Debatten über die Ursachen der Finanzkrise von 2008 geprägt ist.
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Quelle: Yahoo Finance
Zeit: 15:30 Uhr EEST





