Russland reist als Bittsteller an, während China bei Energie, Handel und der Ukraine alle Trümpfe in der Hand hält
Wladimir Putin traf am Dienstag zu einem zweitägigen Gipfeltreffen mit Xi Jinping in Peking ein – sein Besuch findet nur wenige Tage nach Donald Trumps eigenem Staatsbesuch in der chinesischen Hauptstadt statt. Die aufeinanderfolgenden Reisen sind kein Zufall. Für Russland könnte nicht mehr auf dem Spiel stehen.
Was passiert ist
Putins Agenda konzentriert sich auf drei konkrete Anliegen: Grünes Licht für die Gaspipeline Power of Siberia 2 (die die russischen Pipeline-Exporte nach China über die Mongolei verdoppeln würde), engere Handelsbeziehungen als Ersatz für die verlorenen EU-Märkte Russlands und weiterhin diplomatische Unterstützung Chinas in Bezug auf die Ukraine, wo Peking den Krieg toleriert hat, ohne ihn offen zu unterstützen.
Das Handelsvolumen zwischen Russland und China hat sich in den letzten vier Jahren verdoppelt, wobei China nun die EU als Moskaus wichtigsten Handelspartner abgelöst hat. Russland ist bei Technologie, Konsumgütern und Industrieerzeugnissen von Peking abhängig – eine Abhängigkeit, die sich seit 2022 nur noch verstärkt hat.
Marktreaktion
Russischer Rubel | Energie | Stimmung |
RUB/CNY beobachten | Entscheidung zur Pipeline entscheidend | Vorsichtig |
Warum es für Trader wichtig ist
Die Machtdynamik hier ist einseitig, und die Märkte wissen das. China hat seine Energiequellen diversifiziert und Reserven aufgebaut, sodass es bei der Pipeline keine Eile hat. Peking kann warten. Russland kann es nicht. Sollte sich das Abkommen über Power of Siberia 2 erneut verzögern, signalisiert dies anhaltenden Druck auf die russischen Energieeinnahmen, was Moskaus finanzielle Lage angespannt und seine Währung anfällig hält.
Geopolitisch gesehen würde jede Abschwächung oder Verhärtung der Haltung Chinas zur Ukraine rasche Wellen auf den Rohstoff- und Devisenmärkten schlagen.
Worauf als Nächstes zu achten ist
Ob Peking grünlicht für Power of Siberia 2 gibt.
Jegliche Formulierung in einer gemeinsamen Erklärung zur Ukraine.
Und wie Putin mit dem Elefanten im Raum umgeht – Berichten zufolge soll Xi Trump unter vier Augen gesagt haben, dass Putin die Invasion „bereuen“ könnte. Das chinesische Außenministerium bezeichnete dies als „reine Fiktion“, doch die Frage wird diese Woche bei jedem Händeschütteln in Peking mitschwingen.
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